Tier-Gottesdienst und Veranstaltung Heuleralarm

Nach einer facettenreichen Saison mit verschiedenen Veranstaltungen  und besonders nach den vielen gestrandeten Heulern und hilfsbedürftigen Seehundjungen feierte das Robbenzentrumsteam Ende August gemeinsam mit Einheimischen und Touristen seinen traditionellen „Heuleralarm“ mit einem Tag der offenen Tür und eröffnete dieses Jahr die Veranstaltung mit einem Tier-Gottesdienst.

P1100290Die Robbenzentrumsleiter André van Gemmert und Janine Bahr hießen die Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes willkommen.

Pastor Jörg Weissbach leitete die Liturgie und hielt eine Andacht zum Thema Tiere in der Schöpfung und unser Umgang mit den uns anvertrauten Lebewesen.
Gleich nach dem Gottesdienst ging es bei Kaffee, Kuchen, Tombola, Kinderquiz und vielen Informationen zum Thema Robben direkt weiter am Robbenzentrum auf dem Achter Diek

Neben diversen Tiernotfällen wurden im Sommer zahlreiche und gut frequentierte Führungen im Robbenzentrum durchgeführt. „Kleine Robbenretter“ wurden Im Rahmen der Kinder-Uni geschult und mit dem Traditionssegler Ronja seehundgerechte Robbenfahrten unternommen mit dem Ziel, durch intensive Aufklärungsarbeit etwas für den Schutz der Tiere zu bewirken.

Für das das Team des Robbenzentrums also eine arbeitsreiche aber auch erfolgreiche Saison, denn viele Tiere konnten durch diese Bemühungen gerettet und wieder ausgewildert werden.Kinderuni der kleine Robbenpfleger - 0000

 

 

 

Die Zeit der Heuler war diesen Sommer sehr ausgefüllt – Der erste Heuler in diesem Jahr hieß „Karl“

11227982_480683882094202_6434495642503313409_oJedes Jahr Anfang Juni beginnt an der Nordseeküste die Zeit der „Heuler“, der  mutterlos gewordenen Seehundjungen. Diese kleinen Seehunde, noch abhängig von der fettereichen Muttermilch und dem engen Kontakt zu ihrem Elterntier, erreichen meist völlig entkräftet die Strand- oder Deichregionen. Insbesondere aufmerksame Touristen melden dann ihre Beobachtungen dem Robbenzentrum Föhr, das die Rettung und eine Erstversorgung übernimmt. Aber wie verhalte ich mich richtig, wenn ich einen Heuler entdecke?

„Karl“ wurde nach seinem Finder Karl Broll, der auf Föhr Urlaub machte, getauft. Die Leiter des Robbenzentrums Föhr, die Tierärztin Janine Bahr und Robben-Experte André van Gemmert konnten den ersten Heuler in diesem Jahr, der an der Föhrer Ostküste unterkühlt Höhe Näshörn gefunden wurde, retten.

Bereits 10 Minuten nach Eingang des Telefonanrufes waren die Tierretter vor Ort, um den empfindlichen Meeressäuger zu bergen. „Es findet in der Regel sofort eine medizinische Erstversorgung mit dem Ziel der Stabilisierung statt“, so Bahr. Karls Nabelschnur war noch vorhanden und somit konnte sein Alter auf etwa 2 Tage geschätzt werden. Die Nabelschnur war etwas entzündet und wegen seiner Unterkühlung wurde Karl  später im Robbenzentrum mit einer Wärmelampen aufgewärmt und mit Elektrolyten erstversorgt.

Grundlage für das Überleben eines Heulers ist auch das Verhalten des Finders, erläutert van Gemmert: „Je weniger die Tiere gestört werden und je mehr Abstand gehalten wird, desto stressfreier können wir sie dann aufnehmen“. Bei Heulern wie Karl ist die Bindung zur Mutter normalerweise so eng, dass sie sich kurz nach der Geburt und einige Wochen danach nie voneinander entfernen würden. Eine Trennung der beiden weist also immer auf einen Eingriff von außen hin, meist durch den Menschen. „Falls ein Heuler gesichtet wird“, so Tierärztin Bahr, „informieren Sie uns bitte sofort unter der Notruf-Nummern 0177-33 000 77 oder 0031651851375.“

20150610_125843Wenn Sie die Möglichkeit haben, sorgen Sie bitte dafür, dass auch andere Schaulustige dem Tier fern bleiben – die Robben werden es Ihnen danken!

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Veröffentlicht am 04.09.2015 in Archiv 2015

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