Flyer zur Aktion

Flyer zur Aktion

Am Sonntag eröffnete im Robbenzentrum Föhr am Yachthafen eine Ausstellung zu einem Thema, das in den letzten Monaten auch in den Medien zunehmend präsenter geworden ist. „Müll im Meer geht uns alle an“ lautet der Titel einer Wanderausstellung der Meeresschutzorganisation Project Blue Sea.
Gemeinsam mit der Wildtierstation Hamburg (Christian Erdmann) hatte Sascha Regmann mit seinem Blue Sea Team mehrere Monate lang an dem Projekt gearbeitet. Durch ihre langjährigen Kontakte mit BlueSea war es der Leiterin des Robbenzentrums, Tierärztin Janine Bahr, gelungen, nach der Premiere in Kiel vor zwei Monaten, die Wanderausstellung bereits bei ihrer zweiten Station nach Föhr zu bekommen. Bürgermeister Heinz Lorenzen, sensibilisiert für das Thema Plastikmüll, nachdem der Föhrer BUND erst letzte Woche eine Initiative für eine plastikarme Insel vorgestellt hatte (wir berichteten), ließ es sich trotz Gemeinderatswahl nicht nehmen, persönlich die Einweihung der Ausstellung vorzunehmen.

Gemeinsam mit Sascha Regmann durchschnitt er das Eröffnungsband und machte den Weg frei für eine erste informative Führung durch die Ausstellung.
In eindrucksvollen Bildern und Grafiken wird den Besuchern erklärt, wo eigentlich der Plastikmüll entsteht, nämlich in den Großstädten der Welt, und wie er über Flüsse und Seen seinen Weg in die Weltmeere findet. Dort kreisen mittlerweise mehr als 100 Millionen Tonnen Kunststoffmüll in fünf riesigen, durch Meeresströmungen entstandene Müllstrudel. Dabei sinken mehr als 70% des Plastikmülls zu Boden, das Plastiktreibgut an der Wasseroberfläche ist also lediglich die Spitze des Eisbergs. Anhand von Plastikmüll von verschiedenen Fundorten an unseren Küsten, die schwerpunktmäßig aus England stammen, wird deutlich, dass der globale Plastikmüll längst auch das Wattenmeer erreicht hat. Besonders interessant die unterschiedlichen Plastikpulver-Proben, die die meisten Ausstellungsbesucher bisher noch nie aus nächster Nähe gesehen haben. Der Plastikmüll wird nämlich durch Wellenbewegung und UV-Licht in 3 bis 5 mm große sogenannte Pellets zerteilt, die dann von Meerestieren mit Plankton verwechselt und aufgenommen werden. So gelangen große Mengen von Plastik wieder in unseren Nahrungskreislauf. Ein brandaktuelles Thema, eindrucksvollen aufbereitet. Die Gastgeber der Ausstellung, Janine Bahr und Andre van Gemmert vom Robbenzentrum Föhr, zeigten sich entsprechend zufrieden, die ersten interessierten Besucher waren beeindruckt. Die Ausstellung ist noch bis Ende September zu sehen.

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Veröffentlicht am 25.06.2013 in Archiv 2013

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